Wiesloch: Der verlorene Sohn von Baiertal

St. Gallus in Baiertal kombiniert Barock mit Moderne

Im Bahnhofsklo liegt ein junger Mann. Vollgepumpt mit Drogen. Verdreckt, zerstört, fertig. Die Augen blicken leer, das Hemd hängt in Fetzen, die Füße starren vor Dreck. Was sich anhört wie eine Szene aus dem Rauschgiftmilieu, ist in Wahrheit ein Ausschnitt aus dem Deckenfresko in der katholischen Kirche von Wiesloch-Baiertal.

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Hilsbach: Wo es nach Paradies duftet

Der Chor der Michaelskirche ist feinste Frühgotik

Die schmale Treppe steigt steil hinan. Man geht zwischen Pfirsich- und Apfelbäumen, neben den Stufen schlängeln sich die Ranken von Honigmelonen. Es duftet nach Paradies. Und wenn man zurückblickt, verschwimmen die Hügel des Kraichgaus zu einer Symphonie in Grün und Gelb. Plötzlich steht sie da, die Michaelskirche von Hilsbach. Uralt, majestätisch, mauerbewehrt.

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Hardheim: Mit dem Licht des Mittelalters

St. Alban hat die Aura einer neuromanischen Kathedrale

Am besten kommt man von hinten, vom alten Marstall her. Da ist Hardheim am idyllischsten. Ein bildhübsches Renaissanceschloss steht in einem verwunschenen Park, der einst ein Wassergraben war. Verwitterte Kreuzwegstationen erzählen von der Frömmigkeit des Baulandes. Irgendwo plätschert ein Brunnen. Und hoch über alldem wacht St. Alban.

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Mannheim-Neuostheim: Luthers Bibel neben dem Tabernakel

St. Pius ist die erste komplett ökumenische Kirche der Region

Auf den ersten Blick sieht St. Pius aus wie eine normale katholische Kirche aus den Sechzigerjahren. Lichtdurchflutet, federleicht. So wie man es heute wieder mag. Doch wer näher tritt, stutzt. Warum steht vor dem Tabernakel kein Altar sondern ein Taufstein? Was haben all die Ikonen zu bedeuten? Und wieso liegt auf dem Pult eine Lutherbibel?

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Wiesloch: Mit direktem Blick ins Himmelreich

Ein Schutzengel bewacht St. Laurentius am Wieslocher Markt

Geschlafen hat niemand in dieser denkwürdigen Nacht des Jahres 1803. Dazu waren Wieslochs Katholiken viel zu aufgeregt. Am Morgen sollte die barocke Klosterkirche versteigert werden. 6600 Gulden hatte die Gemeinde gesammelt, um das Gotteshaus zu erwerben. Aber würde das reichen? Was, wenn jemand mehr böte? Um die Kirche womöglich in einen Kutschstall zu verwandeln, ganz nach dem Geschmack von Kaiser Napoleon.

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