Kloster Lorsch: Reich und rätselhaft

Das Seitenteil der einst riesigen Basilika stammt aus dem Jahr 1090.

Auf den ersten Blick sind es nur zwei kleine Gebäude, die verloren in einem Meer aus Sanddünen stehen. Doch wenn man näher kommt, spürt man die Kraft, die von den uralten Mauern ausgeht. Und man ahnt, wieviel Mühe die Menschen vor mehr als tausend Jahren investiert haben, um der Wildnis solche Meisterwerke karolingischer Baukunst abzuringen. Allein für die Torhalle von Kloster Lorsch lohnt sich der Weg ins Ried.

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Sinsheim: Mit der Geborgenheit einer Umarmung

St. Jakobus ist „Brutalismus“ in Perfektion. Halb Raumschiff, halb Gotteshöhle.

Stünde sie frei und mutig auf einem der Hügel im Kraichgau, so wäre die katholische Pfarrkirche von Sinsheim berühmt. Denn St. Jakobus ist „Brutalismus“ in Perfektion. Der Begriff hat nichts mit Gewalt zu tun, sondern leitet sich her vom französischen „Béton brut“ für Sichtbeton. Die 1970er Jahre formten aus ihm futuristische Kirchenskulpturen, halb Raumschiff, halb Gotteshöhle.

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Speyer: Protestantische Opulenz

Die Dreifaltigkeitskirche ist ein Schmuckstück des evangelischen Barocks.

Der Dom täuscht. Speyer war nie eine brave katholische Bischofstadt, sondern schon immer eine selbstbewusste Handelsmetropole am Rhein. Bereits 1207 haben die Kaufleute den Fürstbischof gezwungen, alle wichtigen Ämter in der Stadt den Bürgern zu überlassen. 1294 wurde Speyer zur freien Reichsstadt. 1371 schließlich warfen die Bischöfe das Handtuch und verließen ihr aufmüpfiges Volk.

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Heppenheim: Der Dom der Bergstraße

Die gewaltige Pfarrkirche St. Peter hat die Ausmaße einer Kathedrale.

Mit jedem Schritt weg von der Bergstraße wird Heppenheim schöner. Das Getöse der Autos verstummt, die Betonbauten verschwinden. Bald geht man auf Kopfstein durch verwinkelte Gassen, die gesäumt sind von wunderbar saniertem Mittelalter. Der Weg steigt stetig an, bis er sich auf das herrschaftliche Fachwerk des alten Marktes öffnet. Und plötzlich sieht man sie: Die katholische Pfarrkirche St. Peter. Sie ist riesig.

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Heidelberg-Neuenheim: Eine Kirche des Südens

Man sagt, die Fassade von St. Raphael erinnere an den Dom von Pisa.

Es muss wie ein Rausch gewesen sein. Euphorie pur: Das Zweite Vatikanische Konzil hatte auf die Katholiken eine ähnliche Wirkung wie der Mauerfall auf die Bürger der DDR. Jetzt konnten sie ihre Welt noch einmal völlig neu erschaffen. Kaum jemand hat dieses Vorhaben so radikal verwirklicht wie die Gläubigen in Heidelberg-Neuenheim. 1967 räumten sie ihre neoromanische Kirche komplett leer.

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Heilbronn: Eine Spindel in den Himmel

Das muss man sich erst einmal trauen: 45 Meter über dem Boden eine hauchzarte Wendeltreppe aus Sandstein freischwebend an einen Kirchturm zu hängen. In Jahr 1529. Die Spindel führte zur Wohnung des Türmers der Heilbronner Kilianskirche. Seine Aufgabe war es, das Umland zu beobachten und bei Angriffen Alarm zu schlagen. Was oft geschah, denn Heilbronn war eine reiche Stadt.

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Gundelsheim: Das Kirchlein über dem Himmelsreich

Hoch über dem Neckartal liegt das verwunschene Wallfahrtskirchlein St. Michael
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Mauer: Mit der Würde der klaren Kontur

St. Bartholomäus gehört zu den frühesten Kirchen des neuen Erzbistums Freiburg.

Weltruhm hat auch seine Schattenseite: Er überstrahlt alles, was sonst vielleicht ebenfalls leuchten würde. In Mauer hat man den Adam gefunden. 1907. Das weiß jedes Kind. Aber dass in Mauer auch die erste katholische Kirche steht, die nach der Gründung des Erzbistums Freiburg in Nordbaden gebaut wurde, interessiert kaum jemanden.

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