13. Heidelberger Frauenwallfahrt:

Der 15. Juli 2017 war ein höchst angenehmer Sommersamstag zwischen zwei Hitzeperioden. Die Temperatur pendelte sich bei 23 Grad ein, am Himmel grasten die Schäfchen. Vom Heidelberger Hauptbahnhof nahmen wir den Regionalexpress durchs Neckartal Richtung Heilbronn. An der Station „Mosbach-Neckarelz“ stiegen wir um in die S 41. Nach insgesamt knapp 50 Minuten erreichten wir den Bahnhof von Mosbach.

Die größte Stadt des Neckar-Odenwald-Kreises zählt heute etwa 23000 Einwohner und gilt als Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Besonders stolz ist man auf die Duale Hochschule. Etwa 3000 Studenten werden hier in den Fächern Elektrotechnik, Betriebswirtschaftlehre und Wirtschaftsinformatik ausgebildet.

Trotz vieler moderner Einsprengsell ist das Stadtbild der großen Kreisstadt jedoch ist mittelalterlich geblieben. Gott sei Dank. Wir folgten der Kesslergasse und der Hauptstraße bis zum historischen Marktplatz, wo das Herz Mosbachs schlägt.

Im Hoch- und im Spätmittelalter war Mosbach eine selbstständige Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich, was sich im Stadtwappen widerspiegelt.

Aus zwei Quellen gespeiste Kandelbach

Kiwwelschisserbrunnen

Übergang vom Odenwald und Neckartal ins Bauland. Im Tal der Elz.

Das milde Klima des Oberrheingrabens und der Bergstraße sind jetzt weit entfernt. Hier am Fuß des Odenwaldes ist es deutlich kühler und im Winter wird extrem viel Niederschlag verzeichnet.
Doppelt so viel im im Deutschlandmittel. Mittlere Jahrestemperatur 9 Grad. Heidelberg: 10,2 Grad.

Namensgeschichte hat nichts mit einem Bach zu tun, sondern kommt von mittelhochdeutchen – buoch was soviel heißt wie Buchenwald.

976 Benediktinerkloster Mosbach

1016 Kloster in ein Priesterstift umgewandelt worden

1291 Oppidum Mosbach. Mauerbewehrte Stadt.

Seit 1362 bei der Kurpfalz

1723 Brand der Altstadt. 150 Häuser wurden zerstört.

1862 Eisenbahnanschluss

1686 Franziskanerkloster im heutigen Amtsgericht
1802 aufgehoben

Die Mosbacher Stiftskirche ist die einzige „Simultankirche“ Badens. Das gotische Gotteshaus wird von Katholiken und Protestanten gemeinsam genutzt. Eine raumhohe Mauer zerteilt die mittelalterliche Kirche in einen katholischen Chor und ein evangelisches Langhaus. Dreihundert Jahre war die Mauer undurchdringlich. Erst seit 2008 führt eine Tür vom einen in den anderen Teil.

Die Maueröffnung von Mosbach beendete den Krieg der Konfessionen in der Kurpfalz, der im 16. Jahrhundert begonnen hat. Einst gab es über 130 solcher Simultankirchen. Gut, dass heute wenigstens noch diese eine existiert: Nirgendwo sonst kann man den Unterschied von evangelischem und katholischem Kirchenraum so schön und direkt vergleichen wie im Mosbacher Doppelpack.

Die Stiftskirche steht direkt am Marktplatz. Sie ist idyllisch eingebettet in wunderschönes Fachwerk. Kein Krieg hat Mosbach je zerstört. Ein Stadtrundgang beschließt die 13. Heidelberger Frauenwallfahrt.

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