16. Heidelberger Frauenwallfahrt: 1. Juli 2018: Hirschhorn

Der 1. Juli 2018 lag mittendrin in dem, was man später den „Jahrhundert-Sommer“ nennen würde. Eine endlose Abfolge strahlend blauer Tage mit einer Durchschnittstemperatur von 20,1 Grad. Platz zwei in der ewigen Tabelle der sonnenreichsten Jahre. Perfekte Bedingungen also für eine Pilgerfahrt ins Neckartal. Die S2 brachte uns in einer halben Stunde vom Heidelberger Hauptbahnhof nach Hirschhorn.

Der Bahnhof liegt etwas außerhalb der Altstadt. Was aber nicht anders zu machen war, da Alt-Hirschhorn bis heute von einer intakten mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist. Nach etwa zehn Minuten erreichten wir die Hauptstraße.

Hirschhorn ist eine der ältesten Städte im Neckartal. Funde belegen, dass schon vor 6000 Jahren hier Menschen gesiedelt haben. Das verwundert niemanden, der einmal ein Luftbild des Städtchens gesehen hat. Hirschhorn liegt direkt an einer Neckarschleife. Die Menschen der Frühzeit fanden hier nicht nur Wasser und Fische in Hülle und Fülle. Sie waren auch gut vor Angriffen geschützt. Dieser älteste Teil von Hirschhorn ist das Dörfchen Ersheim. Es besitzt eine wunderbare gotische Kapelle. Unser erstes Ziel!

Um es zu erreichen, bedurfte es allerdings eines ordentlichen Fußwegs durch die Altstadt bis zum Wehrsteg der Hirschhorner Schleuse. Doch wen stört das, wenn man sich mittendrin in einem romantischen Gemälde befindet. Hoch über uns thronte auf einem Felssporn das Zauberschloss der Ritter von Hirschhorn. Es ist eine einzigartige Melange aus Renaissancepalast und mittelalterlicher Trutzburg. Tief unter uns strömt hörbar der Neckar. Dazwischen die uralte Stadtmauer gesäumt von winzigen Fachwerkhäuschen.

Den Mittelpunkt des idyllischen Gemäldes bildet das Kirchlein des Karmeliterklosters. Eine gotische Schönheit, schüchtern an die Felswand geschmiegt. Lediglich der exakt geostete Chor spitzelt hinaus in die Welt. Ein Abstecher zum südlichsten Zipfel des Bistums Mainz, wo einst die reichsten Ritter des Odenwalds lebten.der Neckar, gesäumt von der uralten Stadtmauer und Fachwerkhäuschen. Den Mittelpunkt des idyllischen Gemäldes bildet das Kirchlein des Karmeliterklosters. Eine gotische Schönheit, schüchtern an die Felswand geschmiegt. Lediglich der exakt geostete Chor spitzelt hinaus in die Welt. Ein Abstecher zum südlichsten Zipfel des Bistums Mainz, wo einst die reichsten Ritter des Odenwalds lebten.

Dorf Ersheim ist der älteste Hirschhorner Stadtteil. 773 urkundlich erwähnt als Schenkung an das Kloster Lorsch.

Nazarius-Patrozinium ist selten. Könnte darauf hinweisen, dass hier schon im 8. oder 9. Jahrhundert eine kleine Holzkirche gestanden hat, vermutlich eine Chorturmkirche.

Niemand weiß genau, wann es die erste Kirche in Hirschhorn gegeben hat. Heiliger Nazarius: ein Missionar, der mit seinem Schüler Celsus, den er getauft hat, in Italien, Gallien und Trier wirkte. Nazarius und Celsus wurden ins Meer geworden, entstiegen ihm aber unversehrt. Flohen nach Mailand, wo sie gefangen genommen und enthauptet wurden. 

Ersheim ist auch der einzige Teil Hessens, der südlich des Neckars liegt. 

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